Geschichte der Stadt Bad Breisig
Bad Breisig liegt nördlich der Mündung des Vinxtbaches, dem Grenzbach zwischen den beiden römischen Provinzen Nieder- und Obergermanien, in den Rhein. Der Name „Breisig“ (lat. Brisiacum) ist keltischen Ursprungs. Reiche Funde aus zwei Gräberfeldern weisen auf die Bedeutung des Siedlungsplatzes Oberbreisig zur Zeit der Landnahme der Franken hin.[2]
Am 4. Juni 898 wird das Ländchen Breisig... erstmals in einer angeblichen Schenkungsurkunde König Zwentibolds, König von Lotharingien, an das Reichsstift Essen unter der Äbtissin Wicburg erwähnt. In dieser Urkunde wurde Breisig „Brismike“ genannt. Gesichert ist, dass das „Breisiger Ländchen“ dem Stift zur Zeit der Äbtissin Mathilde (971-1011) geschenkt wurde.[3][4] Das „Ländchen“, zu dem die Orte Niederbreisig, Oberbreisig, Gönnersdorf, Niederlützingen, Oberlützingen, Brohl und ein Teil von Rheineck gehörten, war territorial selbstständig, doch der Herzog von Jülich übte seit dem Spätmittelalter die Vogtrechte aus.
Unter der Fürstäbtissin Berta von Arnsberg (1241–1292) wurde der Ort gegen 1280 mit Graben und Ringmauer befestigt. Das erste Breisiger Siegel ist für 1356 bekundet.[5] 1374 erhielt Breisig von Kaiser Karl IV. Marktrechte. Die Pfarrkirche war zu dieser Zeit die Kirche St. Viktor in Oberbreisig.
Im Herbst 1568 wird Breisig in die Kriegswirren des Unabhängigkeitskrieges der Niederlande gegen die spanische Fremdherrschaft hineingezogen. Breisig diente als Rückzugsort für die Truppen des Prinzen von Oranien.[6]
Das Breisiger Ländchen verblieb bei Essen und Jülich bis zum Einmarsch der französischen Revolutionstruppen 1794. Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde es preußisch.
In Niederbreisig lebte von 1925 bis zu seiner Verhaftung 1939 infolge einer Denunziation der katholische Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Karl Schapper (1879–1941).[7]
Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen die heute zu Bad Breisig gehörenden Ortschaften zum damals neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz.
Am 5. Mai 1958 erhielt Niederbreisig den Titel „Bad“, die Kuranlagen gehen jedoch bereits auf die Erbohrung der warmen Quellen 1914 zurück. Bad Breisig wurde am 7. Juni 1969 aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Bad Niederbreisig (3718 Einwohner), Oberbreisig (1616) und Rheineck (251) neu gebildet. Am 2. Mai 1970 erhielt Bad Breisig die Stadtrechte.[8]
1971 war der Bau eines Kernkraftwerks mit 1300 MW geplant. 1980 wurden die Planungen eingestellt und stattdessen das Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich errichtet.
Die Stadt lebt vom Kurbetrieb und Tourismus. Sie profitiert von ihrer Lage am Rhein und ihrer geografischen Nähe zu Koblenz und Bonn sowie Köln; insoweit ist sie auch beliebtes Tagesausflugsziel. Der traditionelle Kurbetrieb befindet sich in Umgestaltung zu einem zeitgenössischen Ansprüchen entsprechenden Erholungszentrum mit Wellness-, Fitness- und Sportangeboten.
Kurbad und Kuranlagen
Die Erbohrung der ersten 34°C warmen Thermalquelle (stündlich 70.000 l Schüttung) gelang im April 1914 nach zweijährigen Versuchen Peter Lang und seinem Sponsor Baron Maximilian von Geyr zu Schweppenburg (nach ihm Geyrquelle genannt). Mit dem Wasser einer zweiten, 1927 erbohrten Quelle (Marienquelle) mit einer Schüttung von 200.000 l stündlich wurde in Rheinnähe 1928 das erste Thermalschwimmbad errichtet und das Kurhaus in den Räumlichkeiten der Villa Oehme, einem ehemaligen Erholungsheim der Breisiger Freimaurer und späteren Residenz eines dänischen Generalkonsuls, eröffnet.
Der Kurpark weist heute noch den historischen Baumbestand der einstigen Villa auf. Die ältesten Exemplare sind bezeichnet und erklärt. Das Kurhaus wurde 1975 umgebaut und erweitert.
Der Kurbetrieb hatte sich 1936 unter dem lokalen Unternehmer Johann Martin Schuh mit der Errichtung des "Heilbäderhauses Geyrsprudel" anstelle des ursprünglichen kleinen Fachwerk-Badehauses aus der Weimarer Republik erweitert. Sein Sohn Willy errichtete 1961 ein neues Thermalbad, nachdem die Marienquelle im Zweiten Weltkrieg durch Erderschütterungen zugeschüttet worden und das alte Bad nicht mehr nutzbar war (dieses ist heute nicht mehr vorhanden). Das neue Bad von 1961 wurde im Dezember 1991 zu den "Römer-Thermen", einem Wellness-Bad mit Saunalandschaft, umgebaut, 2009 erneut modernisiert und mit römischem Ambiente versehen.
Kurhaus und Kurhotel waren 2005 insolvent und mussten geschlossen werden. Im Januar 2011 wurde das historische Kurhaus abgerissen, nachdem die Stadt seine Sanierung als unrentabel verworfen hat. Der Erweiterungsbau von 1975 wurde verkauft und soll einer neuen Nutzung (Eigentumswohnungen, Café und Sitz der Touristeninformation) zugeführt werden.
Bad Breisig liegt nördlich der Mündung des Vinxtbaches, dem Grenzbach zwischen den beiden römischen Provinzen Nieder- und Obergermanien, in den Rhein. Der Name „Breisig“ (lat. Brisiacum) ist keltischen Ursprungs. Reiche Funde aus zwei Gräberfeldern weisen auf die Bedeutung des Siedlungsplatzes Oberbreisig zur Zeit der Landnahme der Franken hin.[2]
Am 4. Juni 898 wird das Ländchen Breisig... erstmals in einer angeblichen Schenkungsurkunde König Zwentibolds, König von Lotharingien, an das Reichsstift Essen unter der Äbtissin Wicburg erwähnt. In dieser Urkunde wurde Breisig „Brismike“ genannt. Gesichert ist, dass das „Breisiger Ländchen“ dem Stift zur Zeit der Äbtissin Mathilde (971-1011) geschenkt wurde.[3][4] Das „Ländchen“, zu dem die Orte Niederbreisig, Oberbreisig, Gönnersdorf, Niederlützingen, Oberlützingen, Brohl und ein Teil von Rheineck gehörten, war territorial selbstständig, doch der Herzog von Jülich übte seit dem Spätmittelalter die Vogtrechte aus.
Unter der Fürstäbtissin Berta von Arnsberg (1241–1292) wurde der Ort gegen 1280 mit Graben und Ringmauer befestigt. Das erste Breisiger Siegel ist für 1356 bekundet.[5] 1374 erhielt Breisig von Kaiser Karl IV. Marktrechte. Die Pfarrkirche war zu dieser Zeit die Kirche St. Viktor in Oberbreisig.
Im Herbst 1568 wird Breisig in die Kriegswirren des Unabhängigkeitskrieges der Niederlande gegen die spanische Fremdherrschaft hineingezogen. Breisig diente als Rückzugsort für die Truppen des Prinzen von Oranien.[6]
Das Breisiger Ländchen verblieb bei Essen und Jülich bis zum Einmarsch der französischen Revolutionstruppen 1794. Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde es preußisch.
In Niederbreisig lebte von 1925 bis zu seiner Verhaftung 1939 infolge einer Denunziation der katholische Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus Karl Schapper (1879–1941).[7]
Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen die heute zu Bad Breisig gehörenden Ortschaften zum damals neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz.
Am 5. Mai 1958 erhielt Niederbreisig den Titel „Bad“, die Kuranlagen gehen jedoch bereits auf die Erbohrung der warmen Quellen 1914 zurück. Bad Breisig wurde am 7. Juni 1969 aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Bad Niederbreisig (3718 Einwohner), Oberbreisig (1616) und Rheineck (251) neu gebildet. Am 2. Mai 1970 erhielt Bad Breisig die Stadtrechte.[8]
1971 war der Bau eines Kernkraftwerks mit 1300 MW geplant. 1980 wurden die Planungen eingestellt und stattdessen das Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich errichtet.
Die Stadt lebt vom Kurbetrieb und Tourismus. Sie profitiert von ihrer Lage am Rhein und ihrer geografischen Nähe zu Koblenz und Bonn sowie Köln; insoweit ist sie auch beliebtes Tagesausflugsziel. Der traditionelle Kurbetrieb befindet sich in Umgestaltung zu einem zeitgenössischen Ansprüchen entsprechenden Erholungszentrum mit Wellness-, Fitness- und Sportangeboten.
Kurbad und Kuranlagen
Die Erbohrung der ersten 34°C warmen Thermalquelle (stündlich 70.000 l Schüttung) gelang im April 1914 nach zweijährigen Versuchen Peter Lang und seinem Sponsor Baron Maximilian von Geyr zu Schweppenburg (nach ihm Geyrquelle genannt). Mit dem Wasser einer zweiten, 1927 erbohrten Quelle (Marienquelle) mit einer Schüttung von 200.000 l stündlich wurde in Rheinnähe 1928 das erste Thermalschwimmbad errichtet und das Kurhaus in den Räumlichkeiten der Villa Oehme, einem ehemaligen Erholungsheim der Breisiger Freimaurer und späteren Residenz eines dänischen Generalkonsuls, eröffnet.
Der Kurpark weist heute noch den historischen Baumbestand der einstigen Villa auf. Die ältesten Exemplare sind bezeichnet und erklärt. Das Kurhaus wurde 1975 umgebaut und erweitert.
Der Kurbetrieb hatte sich 1936 unter dem lokalen Unternehmer Johann Martin Schuh mit der Errichtung des "Heilbäderhauses Geyrsprudel" anstelle des ursprünglichen kleinen Fachwerk-Badehauses aus der Weimarer Republik erweitert. Sein Sohn Willy errichtete 1961 ein neues Thermalbad, nachdem die Marienquelle im Zweiten Weltkrieg durch Erderschütterungen zugeschüttet worden und das alte Bad nicht mehr nutzbar war (dieses ist heute nicht mehr vorhanden). Das neue Bad von 1961 wurde im Dezember 1991 zu den "Römer-Thermen", einem Wellness-Bad mit Saunalandschaft, umgebaut, 2009 erneut modernisiert und mit römischem Ambiente versehen.
Kurhaus und Kurhotel waren 2005 insolvent und mussten geschlossen werden. Im Januar 2011 wurde das historische Kurhaus abgerissen, nachdem die Stadt seine Sanierung als unrentabel verworfen hat. Der Erweiterungsbau von 1975 wurde verkauft und soll einer neuen Nutzung (Eigentumswohnungen, Café und Sitz der Touristeninformation) zugeführt werden.
Stadt Bad Breisig
